Der Landesverband wurde im Mai 2018 durch Vereine und Personen gegründet, die in Sachsen ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung auf Landesebene bündeln und damit verstärken wollen. Dazu gehören beispielsweise das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen e.V., der BUND Landesverband Sachsen e.V., der VEE Sachsen e.V. und andere Vereine und Personen, die ihrerseits Nachhaltigkeitsnetzwerke und -initiativen vertreten.

Wir freuen uns auch über weitere Mitglieder in diesem Verband. Unsere Grundsätze und Ziele können Sie nachfolgen nachlesen.

Grundsätze und Ziele

Einleitung

1.1 Mit den Sustainable Development Goals (SDGs) haben die Vereinten Nationen 2015 ein globales Zielkonzept beschlossen, das einen allgemein anerkannten Bezugsrahmen für nachhaltigere Entwicklung bietet. Sowohl die Bundesregierung als auch die Sächsische Landesregierung beziehen sich mit ihren Nachhaltigkeitsstrategien auf die Beschlüsse der Staatengemeinschaft. Es mangelt also nicht an Strategien, und auch nicht an guten Ideen für neue Lösungen vor Ort mit globaler Wirkung.

1.2 Es mangelt aber ganz entscheidend am nötigen Tempo und an Entschiedenheit in der Umsetzung.

1.3 Aus diesem Grund haben wir,

  • das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen e.V.,
  • der BUND Landesverband Sachsen e.V.,
  • die VEE Sachsen e.V.,
  • die Lokale Agenda 21 für Dresden e.V.,
  • das Umweltzentrum Freital e.V.
  • die ANNALINDE gGmbH,

sowie die Personen Michael Berninger, Ralf Elsässer, Dr. Sabine Heymann und Sylvia Uhlemann

1.4 uns als Gründungsmitglieder zu einem Landesverband Nachhaltiges Sachsen zusammengeschlossen, um der Nachhaltigkeit in Sachsen eine konkrete Adresse, eine gemeinsame Stimme und ein konkretes Bild zu geben. Wir wollen als zivilgesellschaftliches und überparteiliches Bündnis, Sprachrohr und Interessenvertretung der Nachhaltigkeitsakteure, insbesondere ihrer Vereine und Verbände, Ansprech- und Kooperationspartnerschaft für Staatsregierung, Landespolitik und weiterer relevanter Multiplikatoren wirken sowie als Träger von Projekten die Handlungsfähigkeit der Akteure in Sachsen stärken.

Nachhaltigkeitsverständnis

1.1 Angesichts von Klimawandel, Artensterben, knapper werdenden, nicht nachwachsenden Ressourcen und Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzungen sind neue Lebensweisen und gesellschaftliche Organisations-formen gefragt. Eine Hälfte der Weltbevölkerung versucht unter unwürdigen Bedingungen, ihren Alltag zu meistern während Andere auf so großem Fuß leben, dass sie gleich mehrere Erden verbrauchen.

1.2 Der Landesverband Nachhaltiges Sachsen vertritt aus diesem Grund das Konzept der “starken Nachhaltigkeit” als handlungsleitendes Konzept.

Laut Brundtland-Kommission gewährt nachhaltige Entwicklung “dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig lebende.“

Dies bedingt, die planetaren Grenzen anzuerkennen und nicht mehr Holz aus dem globalen Dorf abzuholzen als nachwachsen kann. Gleichzeitig soll ein Leben in Würde für alle Menschen gleichermaßen möglich sein - dies gilt für alle heute, wie auch künftig lebenden. Wirtschaftliches, politisches wie auch privates Handeln muss an diesen beiden Grundsätzen ausgerichtet werden.

Aufgaben des Landesverbands Nachhaltiges Sachsen

Gesellschaftliche Aufgaben

Der LVNS möchte in Sachsen die Auseinandersetzung für eine nachhaltige Entwicklung sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten stärker öffentlich wahrnehmbar machen.
Breitere Teile der Bevölkerung sollen erfahren, welche Anforderungen und Möglichkeiten hierfür bestehen. Dabei unterstützt der Landesverband seine Mitglieder bei der Entwicklung und Umsetzung von neuen Strategien zum Erreichen vielfältiger Zielgruppen.

Gute und zukunftsweisende Beispiele aus der Praxis sollen sichtbarer gemacht und verbreitet werden. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Forschung, Politik und öffentlicher Verwaltung soll durch gezielte Vernetzung gefördert werden.

Gegenüber der sächsischen Landesregierung und der Landespolitik versteht sich der LVNS als Mahner und gemeinsame Interessenvertretung der zivilgesellschaftlichen Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung in Sachsen. Dazu möchten wir Positionen und Bedarfe bündeln und gegenüber den Akteuren auf Landesebene vertreten und in der Wahrnehmung der Entscheidungsträger präsent halten.

Der Landesverband kann bei konkreten thematischen Anfragen Kontakte und Kompetenzen vermitteln und steht zu Themen der nachhaltigen Entwicklung in Sachsen im Sinne einer Politikberatung zur Verfügung.

Insbesondere in Bezug auf Verfahren und Methoden der Kommunikation und Beteiligung der Zivilgesellschaft an landespolitischen Prozessen steht der LVNS für die Landesregierung als potenzieller Partner zur Verfügung. Dies betrifft insbesondere auch Dialogprozesse zur Umsetzung und weiteren Fortschreibung der Sächsischen Nachhaltigkeitsstrategie.

Der LVNS wird einen Beirat schaffen, der auf sächsischer Ebene zu aktuellen Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung sowie zur Strategie der Arbeit des Landesverbands Empfehlungen erarbeiten wird. Der Freistaat Sachsen wird ermutigt, dies als Ansatz für einen institutionalisierten Nachhaltigkeitsbeirat in Sachsen aufzugreifen.

Der LVNS strebt die bessere Einbindung von Akteuren der Wirtschaft in die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung in Sachsen an und wird hierzu Kommmunikations- und Vernetzungsangebote schaffen.

Daneben erkennt der LVNS einen Mangel in der inhaltlichen Kommunikation zwischen Land und Kommunen sowie zwischen den Kommunen untereinander in Bezug auf die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung. Hierzu sollen unterstützende Angebote entwickelt und unterbreitet werden.

Verbandsinterne Aufgaben

Zwischen den Mitgliedern des Landesverbands und des Beirates wird ein stetiger Informationsaustausch sowie persönliche Vernetzung angestrebt. Zur Nutzung von Synergien werden Kompetenzen und Ressourcen der Mitglieder transparenter gemacht.

Für Fragen der Organisationsentwicklung sowie grundsätzlicher Kompetenzen in Bereichen (z.B. Fundraising, Kommunikationsarbeit, Freiwilligenmanagement u.a.) wird der Erfahrungsaustausch untereinander sowie die Nutzung vorhandener Ressourcen gefördert.

Der Landesverband richtet zur Gewährleistung der Ansprechbarkeit für die Mitglieder und Beiräte eine Geschäftsstelle ein. Die Leistungsfähigkeit dieser Geschäftsstelle wird dabei insbesondere durch die Finanzierung aus Projekten bestimmt sein, mit denen die oben beschriebenen Aufgaben realisiert werden.

 

Dresden, 23.08.2018